Über digitales Lernen

Digital gestützte Benenntherapie

In einer Einzelfallstudie mit zwei sehr unterschiedlichen Aphasiebetroffenen wurde die Wirksamkeit eines hochfrequenten computergestützten Benenntrainings überprüft, in dem Probanden im supervidierten Eigentraining den Wortabruf von zufällig ausgewählten Items konfrontativ wiedererlernten.
Verwendet wurde ein im Handel erhältliches PC-basiertes Therapieprogramm (ITS, aphasiaware) bei zwei exemplarisch ausgewählten Probanden mit deutlich unterschiedlichen Merkmalen der Aphasie.
Probandin A hatte eine akute, flüssige Aphasie mit mittlerer Benennstörung, bei Proband B lag eine chronische, nicht-flüssige Aphasie mit schwerer Benennstörung vor. Beide Probanden benannten in 17 bzw. 20 Sitzungen jeweils 60 vom Computer aus einem 832 Begriffe umfassenden Pool zufällig ausgewählte Items. Im Durchschnitt wurde jedes Item 2x dargeboten (Spanne von 1 bis 12). Das Computertraining wurde von den Patienten ohne zusätzliche sprachliche Intervention von dem Therapeuten durchgeführt, jedoch wurde der zeitliche Ablauf kontrolliert und die Probanden in ihrem Lernverhalten unspezifisch motiviert. Die Reaktionen wurden während des Trainings protokolliert, klassifiziert und anhand eines Sitzungsscores bewertet.
Bei beiden Probanden konnte kontinuierlich von Sitzung zu Sitzung ein signifikant zunehmender, linearer Lerneffekt nachgewiesen werden. Bei Vorher-Nachher-Vergleichen nahm die Zahl der richtigen Reaktionen zu und das Fehlermuster verschob sich von geringer zu starker Ähnlichkeit zur Zielform. Dabei nahm der Einfluss lexikalischer Parameter wie Länge und Frequenz ab. Diese beiden Einzelfälle unterstreichen, dass supervidiertes computergestütztes Eigentraining des Wortabrufs bei unterschiedlichen Ausprägungen der Aphasie machbar und erfolgreich ist.

  • Darkow, R., Hußmann, K., & Huber, W. (2009). Supervidierte computergestützte Benenntherapie mit randomisierten Items: Zwei Einzelfallstudien bei Aphasie. Sprache· Stimme· Gehör, 33(04), 172-178.
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